Reputationsrisikomanagement
Die gesellschaftliche Wahrnehmung eines Unternehmens definiert massgebilch seinen Unternehmenswert und basiert einerseits auf den
durchgeführten bzw. unterlassenen Handlungen des Unternehmens in der
Vergangenheit und andererseits seiner kommunizierten, zukünftigen, strategischen
Ausrichtung. Ein Vertrauensverlust kann vielfältig auf ein
Unternehmen wirken. Der Verlust von Marktanteilen, erhöhte
Kapitalkosten, Verringerung der Arbeitgeberattraktivität sind nur
einige der Auswirkungen eines Vertrauensverlustes und bremsen den
Wertsteigerungskreislauf des Unternehmens langfristig und
rückgekoppelt ab. Der Aufbau der Unternehmensreputation ist ein
aufwändiger und langfristiger Prozess. Die Zerstörung der
Unternehmensreputation kann hingegen durch eine kleine Unkorrektheit
ausgelöst und in kürzester Zeit erfolgen.
Es ist eine zentrale Unternehmensfunktion mögliche
Reputationsrisiken frühzeitig zu identifizieren und mit ihnen
verbundene Gefahren für das Unternehmen abzuwenden. Im Ereignisfall
können Reputationsrisiken zu Existenz gefährdende Unternehmenskrisen
führen, welche sich in langfristige, negative Veränderungen des
Fremdbildes des Unternehmens manifestieren können und im Rahmen der
Krisenbewältigung eine umfassende Neudefinition des Selbstbilds des
Unternehmens erzwingen. Reputationsrisiken begegnet man deshalb am
besten präventiv mit dem Fokus auf Vermeidung. Sie können viele
Ursachen haben und entsprechend komplex ist es Reputationsrisiken
rechtzeitig zu entdecken und zu handhaben. Folgende Punkte zeigen die Notwendigkeit für einen bewussten
Umgang mit Reputationsrisiken auf:
- Steigende Spezialisierung und sinkende Fertigungstiefe der
Unternehmen führt zu gegenseitigen Abhängigkeiten. Viele
Unternehmen sind auf Dienstleistungen und Produkte anderer Unternehmen
angewiesen, um ihre Wertschöpfung zu erbringen. Entsprechend kann Ihre Reputation
nicht nur durch das eigene Handeln, sondern auch durch das Handeln
Ihrer Lieferanten und Handelspartnern gefährdet werden.
- Reputationsrisiken können die Folgen eskalierender
Ereignisse sein und werden teils durch andere Risiken ausgelöst.
Z.B. kann eine fehlerhafte Qualitätssicherung in der Produktion
dazu führen, dass fehlerhafte Produkte auf den Markt kommen und
die Konsumenten gefährden. Ein zum Schutz der Konsumenten
notwendiger Rückruf der Produkte ist oft von hohem öffentliche
Interesse, verunsichert die Konsumenten und kann, insbesondere
wenn er unglücklich organisiert und kommuniziert wird, die
Reputation des Unternehmens massiv gefährden.
- Die moderne Medienwelt ringt um die Gunst der Leser. Im
Fokus steht das Öffentliche Interesse optimal zu befriedigen und
einen hohen Unterhaltungswert zu erreichen. Die objektive
Berichterstattung kann darunter leiden. Nicht selten wird die
Reputation ganzer Branchen durch negative Medienpräsenz der
Branche oder eines der Marktteilnehmer teils zu unrecht
gefährdet.
- Der technologische Wandel geht rasant voran. Der Time to
Market Druck nimmt kontinuierlich zu. Die Vermarktung
fehlerhafter Produkte wird in Kauf genommen, um deren
Marktanteil zu festigen und deren Weiterentwicklung zu
finanzieren. Eine Update- und Release Mentalität, wie sie sich
in der Softwareentwicklung eingebürgert hat, könnte für Produkte aus anderen Technologiebereichen wie
Gentechnik und Nanotechnologie verheerend sein. Ein Verlust des
Vertrauens in moderne Technologien kann zu einer
Technologieverweigerung der Gesellschaft führen und neue
Technologie-Märkte lahm legen.
- Maßnahmen zur Reputationssicherung wirken oft mit einer
großen zeitlichen Verzögerung und geringem Wirkungsgrad. Gerät
die Reputation ins Wanken kann ihre Wiederherstellung nicht
immer garantiert werden.
Gerne unterstützen wir Sie bei der Realisierung eines Frühwarn-/
Issue Management Systems zur Überwachung und Alarmierung von
Reputationsrisiken und beim Aufbau eines Krisenmanagements zur
Sicherung der Unternehmensreputation im Ernstfall.
Für weitergehende Fragen stehen wir Ihnen gerne zur
Verfügung. Sprechen Sie mit uns...
Beobachtungsfelder eines Frühwarnsystems für das
Reputationsrisikomanagement
Frühwarnung und Issue Management sind wichtige Erfolgsfaktor für
das Reputationsrisikomanagement. Jedes Unternehmen nimmt eine einzigartige Stellung im Markt
und der Gesellschaft wahr. Entsprechend ist jedes Unternehmen
anderen Reputationsrisiken ausgesetzt. Folgende Liste von
Beobachtungsfelder für ein Frühwarnsystem gegen Reputationsrisiken
ist deshalb unternehmensspezifisch zu verifizieren, auszuprägen und
zu ergänzen.
Wir empfehlen beispielsweise folgende
Beobachtungsfelder für den Schutz der Unternehmensreputation
regelmäßig zu überwachen:
- Werteentwicklung in Politik und Gesellschaft
- Demographische Entwicklung und allgemeine gesellschaftliche
Entwicklungen
- Technologieentwicklung und Technologieakzeptanz
- Produkt-/ Dienstleistungsakzeptanz bei den Kunden und in der
Gesellschaft
- Marktentwicklung (Kunden, Konkurrenz, Lieferanten)
- Änderungen von Gesetzen und allgemein anerkannten
Richtlinien sowie deren Einhaltung
- Akzeptanz der Unternehmenstätigkeit in der Region und in der
Gesellschaft
- Medien und Öffentlichkeitsinteresse
Die relevanten Informationsquellen sind vielfältig, die zu
prüfende Informationsmenge groß und der Aktualisierungsbedarf sehr
hoch.